In unserer gesamten Arbeit geht es um jüdische Lebendigkeit und Selbstermächtigung. Und damit auch um Sichtbarkeit. Dafür steht das Thema ‘Jüdische Sportkarrieren’. Sich gemeinsam zu engagieren, sich aneinander zu messen, hat die Menschen von jeher zusammengebracht. Juden und Jüdinnen haben sich an sportlichen Aktivitäten und Wettbewerben beteiligt, sobald es ihnen gesellschaftlich möglich wurde. Schon der Talmud setzt sich mit gesunder Lebensweise auseinander. Gleichzeitig verpflichten die Rabbinen Eltern zum Beispiel, ihrem Nachwuchs das Schwimmen beizubringen. Was in erster Linie dem Schutz der Kinder dienen sollte. Gleichzeitig aber zeigt es, dass körperliche Betätigung nichts war, das die antiken Rabbiner als unvereinbar mit dem für sie wichtigen Lernen der heiligen Schriften ansahen. Wir wollen die Schüler*innen ermutigen, sich mit der Vielfalt des jüdischen Lebens im Sport auseinanderzusetzen. Jüdinnen und Juden boxen, heben Fußbälle ins Tor und jagen Tennisbällen hinterher. Und sie alle vereinbaren ihre Jüdischkeit mit ihrer Leidenschaft auf ihre eigene Weise. In dem diesjährigen Wettbewerb können die Teilnehmer*innen verschiedene Facetten dieser Diversität entdecken und erforschen.
Die Preisverleihung des Leo Trepp Schülerpreis am 16. Juni 2026 im Sächsischen Landtag
Am 16. Juni wurde im Sächsischen Landtag der Leo-Trepp-Schülerpreis 2026 verliehen, ein Preis, der Schüler und Schülerinnen dazu ermutigen soll, sich mit dem lebendigen jüdischen Leben auseinanderzusetzen. Seit 2021 sind Jugendliche aus nun zwölf Bundesländern aufgerufen, sich mit wechselnden Themen rund um das Judentum zu beschäftigen. Dieses Jahr lautete das Motto „Ein Volk. Viele Gesichter“.
Für jüdisches Leben eintreten. Die Demokratie schützen.
Der Hass auf Jüdinnen und Juden ist seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg noch einmal gewachsen. Zahlreiche Schüler*innen beziehen ihre Informationen über den Nahostkonflikt zunehmend aus sozialen Medien wie TikTok, Instagram oder YouTube. Der algorithmisch gesteuerte Medienkonsum verstärkt einseitige Bilder und antisemitische Stereotype. Lehrkräfte stehen den daraus folgenden Aussagen oft hilflos gegenüber. Was darf ich sagen? Was soll ich sagen?
Diese Broschüre will sie dabei unterstützen, Antworten zu finden.
Die jüdische Geschichte in Deutschland ist nicht nur eine Geschichte von Pogromen, Vertreibung und Vernichtung. Sondern auch die Geschichte einer jüdischen Lebendigkeit gegen alle Widerstände bis in die Gegenwart. Jüdisches Denken war nie statisch. Das Judentum als Religion hat sich über Jahrtausende weiterentwickelt und bleibt in seiner Entwicklung nicht stehen. Und Jüdinnen und Juden? Wir sind so verschieden wie die diversen Richtungen unserer wunderbaren Kultur!
Die Leo Trepp-Stiftung ist bunt wie das Judentum selbst. Wir Stiftungsmitglieder fühlen uns durch einen Gedanken verbunden: Wie schaffen wir es, dass jüdisches Leben in der Bundesrepublik eines Tages als normal angesehen wird und Jüdinnen und Juden sich selbstbewusst in jeder Situation zu ihrer Identität bekennen können?
Leo Trepp wird 1913 geboren und wächst in einer religiösen und politisch liberalen Familie auf. Er geht als Landesrabbiner nach Oldenburg. Von dort verschleppen ihn die Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach seiner Befreiung kann er nach England emigrieren. Der Großteil seiner Familie wird ermordet.
Nach der Schoa kehrt Leo Trepp regelmäßig nach Deutschland zurück. Er lehrt, publiziert, hält Vorträge und engagiert sich für den interreligiösen Dialog. Wissen, so hofft er, wird alten Hass bekämpfen und neuen mindern. Gleichzeitig setzt er als Rabbiner und Autor alles daran, die jüdische Identität zu stärken.