Themen und Ideen

  • Setzt einen Schwerpunkt in Eurer Arbeit. Dabei könnt Ihr Euch auf eine Person konzentrieren oder deren Familie. Sie muss nicht bekannt oder berühmt sein. Auch das Leben ganz durchschnittlicher Menschen hat oft außerordentliche Geschichten zu erzählen. Ihr könnt Euch aber auch mit einer jüdischen Idee auseinandersetzen, die etwas Bestimmtes erreichen wollte. Oder ihr beschäftigt euch mit einer Bewegung oder einer Gemeinschaft von Juden und Jüdinnen, die als Gruppe für etwas gekämpft haben. Auch anhand von Gebäuden und Friedhöfen oder Ereignissen kann man etwas gut darstellen, egal, ob historisch oder aktueller. Für alles gibt es in den verschiedenen Bundesländern viele verschiedene Möglichkeiten. Weiter unten findet Ihr Ideen für Eure Region.
  • Hier sind erst einmal Ideen für Zeitperioden, die Ihr Euch genauer ansehen könnt:
  1. 321-Mittelalter (1600)
    In dieser Ära könnt Ihr Euch zum Beispiel mit den ersten jüdischen Ansiedlungen in Eurer Gegend oder darüber hinaus beschäftigen. Wann kamen die ersten Juden in das Gebiet, das heute Euer Bundesland ausmacht? Sind Neuankömmlinge damals eher in die Stadt oder aufs Land gegangen? Was bewegte sie dazu? Im Rheinland entwickelt sich eine Hochburg des jüdischen Lernens.
  2. Frühe Neuzeit bis Schoah
    Nachdem die Juden zwischenzeitlich aus vielen Gebieten vertrieben worden waren, können sie nun an einigen Orten dauerhaft siedeln. Wir erleben die Zeit der Aufklärung. Es bildet sich ein jüdisches Bildungsbürgertum. Und für nicht wenige jüdische Menschen stellt sich die Frage, vor der Immigranten aus einer anderen Kultur auch heute noch stehen: Inwieweit muss man sich anpassen, um reinzupassen in die Gesellschaft? Als Antwort öffnet sich das Judentum nach außen. Die verschiedenen religiösen Strömungen entstehen.
  3. Nachkriegsgeschichte
    Nach der Schoah entwickelt sich das Leben der wenigen überlebenden Juden in Ost und West unterschiedlich. Als die Mauer gefallen war, bekamen die Juden in der ehemaligen Sowjetunion nach jahrzehntelanger Unterdrückung und Diskriminierung endlich das Recht auf Ausreise. Ihr Ankommen veränderte die Gemeinden. In diesen Jahren veränderte sich auch die Rolle der Frauen. 
  • Ihr seid in Eurer Schwerpunktsetzung völlig frei. Dabei gibt es in den verschiedenen Bundesländern viele verschiedene Möglichkeiten. Ein paar Ideen findet Ihr hier.

Vielleicht geben Euch diese Fragen einige Ideen für die Bearbeitung: 

  • Die jüdische Kultur war schon immer von vielen verschiedenen Einflüssen geprägt. Juden und Jüdinnen kamen mit den Römern zum ersten Mal in das heutige Deutschland. Auch in späteren Jahrhunderten kamen Juden aus dem Nahen Osten, wo sie seit Jahrhunderten gelebt hatten. Sie hatten eine andere Kultur und oft auch andere religiöse Gewohnheiten als die Juden und Jüdinnen, die schon länger in Europa waren. Genauso wie die Juden und Jüdinnen, die aus Spanien und Portugal vertrieben wurden, und von denen einige auch in die heutige Bundesrepublik kamen. Welche Bedeutung hatten Sprache, Kultur und die Art, wie sie ihre Religion ausübten, für diese jüdischen Menschen?
  • Wie verlief die Geschichte des Judentums in Eurem Ort, in Eurer Region oder Eurem Bundesland?
  • Seit wann haben Juden und Jüdinnen dort gelebt? Woher kamen sie und wo haben sie sich niedergelassen? Was brachte sie gerade an diesen Ort?
  • Welche Bedingungen haben sie vorgefunden? Und als was haben sie gearbeitet?
  • Gibt es bekannte Juden und Jüdinnen aus Eurer Gegend? Wenn ja, wofür ist diese Person bekannt geworden? Erzählt ihre Geschichte und/oder die ihrer Familie!
  • Gibt es Gebäude in eurer Gegend, die eine Bedeutung für das Judentum haben, wie beispielsweise Synagogen, Mikwe-Bäder oder jüdische Friedhöfe? In welcher Zeit sind sie gebaut oder angelegt worden? Was erzählen sie Euch über das Judentum? Was sagt ihre Lage und ihr Aussehen über jüdisches Denken aus?
  • Wie stellten sich Juden zur christlichen/christlich-geprägten Mehrheitsgesellschaft und umgekehrt?
  • Was unterschied die jüdische Gemeinschaft von der Mehrheitsgesellschaft? Was verband sie mit dieser Gesellschaft?
  • Worin zeigten sich interkulturelle Begegnungen? Welche Berührungspunkte gab und gibt es?
  • Haben sie kulturelle Gewohnheiten der Mehrheitsgesellschaft übernommen?
  • Hat die Mehrheitsgesellschaft kulturelle Gewohnheiten der Juden übernommen?
  • Was waren die Bedingungen dafür, dass sich Juden dauerhaft niederlassen konnten?
  • Welche gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen haben jüdische Menschen maßgeblich mitgestaltet oder gar angestoßen?
  • Welchen Einfluss hatten Entwicklungen des deutschen Judentums auf die gesamte innerjüdische Entwicklung?